BÜROGEBÄUDE AM INN

Da wir Architekturschaffende einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten müssen, verändert sich unser Planen und Bauen. Dazu gehört ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Gewerbegebieten, die von einem bedenkenlosen Umwidmen von Naturlandschaft, planlosem Bauen und verschwenderischer Nutzung geprägt sind. Unsere intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema führte bei diesem Bürogebäude in Niederndorf zur urbanen Verdichtung des Standortes, sowie zu einer lebendigen Nutzungsvielfalt und einer attraktiven Arbeitsplatzqualität. Nachhaltigkeit bedeutet architektonisch und technisch qualitätsvoll zu bauen.
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Anstelle einer flächenintensiven Erweiterung des BORA Standortes Niederndorf konnten die bereits zuvor versiegelten Flächen am Ufer des Inns kompakt nachverdichtet werden. LORENZATELIERS aktivierten die knappe Baulücke zwischen zwei Gebäuden, die bisher als Parkplatz genutzt wurde. Durch die Nachverdichtung dieser Flächen werden sowohl der Bodenverbrauch geringgehalten und wertvolle Grünflächen bewahrt, als auch die betrieblichen Abläufe zwischen den beiden Bestandsgebäuden optimiert. Der Neubau bildet mit bis zu 20m langen Verbindungsbrücken zu den Bestandsgebäuden einen „Firmen-Campus“ der kurzen Wege. Die Absenkung des Geländeniveaus um den Neubau mittels zweier begrünter „Schnittmauern“ sowie die Erhaltung bzw. Neupflanzung der Baumallee entlang der Innstraße betten das Gebäude zudem in eine parkartige Umgebung.
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In den 5 oberirdischen Geschoßen sind Büroräumlichkeiten vorgesehen, die seit Herbst 2023 den Mitarbeitenden zur Verfügung stehen werden und sich flexibel um eine innenliegende Erschließungs- und Kommunikationszone mit Gemeinschaftseinrichtungen gruppieren. Die Erschließung erfolgt über 2 ineinander verschränkte Treppenhäuser, die gemeinsam mit den Sanitärflächen und der Liftanlage den innenliegenden Kern bilden. Dadurch kommen alle Arbeitsplätze entlang der Außenfassade zu liegen, was – entsprechend den Vorgaben des Auftraggebers – für maximale Qualität der Arbeitsplätze, hohe Flexibilität in der Nutzung und die Erfüllung der Anforderungen an zeitgemäße Bürogebäude sorgt. Durch die Flexibilität des Entwurfes in Stahlbeton-Skelettbauweise ist sogar der Umbau in ein Wohngebäude – eine Umwidmung in Mischgebiet vorausgesetzt – denkbar.
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Diese Obergeschoße werden von auskragenden und schattenspendenden Balkonen umlaufen, die für die Mitarbeitenden als erweiterter „Büroaußenraum“ einen Ort für informelle Gespräche, Telefonate, Lese- oder Lernarbeiten bieten. Im zweiten Obergeschoß erweitern sich diese Balkone – auf der Ostseite und westseitig zur Aulandschaft des Inn – zu großzügigen, auskragenden und überdachten Aufenthaltsräumen.  Die äußere Erscheinung des Neubaus wird wesentlich geprägt von der Lebendigkeit der umlaufenden Absturzsicherung, welche verschiedenfärbige in unterschiedlichen Höhen und Drehungen versetzte Flachstahl-Stäbe bilden.
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Die thermische Hülle besteht in den oberirdischen Geschoßen umlaufend aus einer geschoßhohen Pfosten-Riegel-Fassade mit öffenbaren Elementen auf die umlaufenden Balkone. Zusätzlich wird ein außenliegender Sonnenschutz an den Glasfassaden installiert. Das unterirdische Lager- und Technikgeschoß wird über ein umlaufendes druckwasserdichtes Lichtband mit Tageslicht versorgt, wodurch der Einsatz von künstlichem Licht und somit der Energiebedarf reduziert wird. Das Hauptdach wird vollflächig mit einer PV-Anlage zur Erzeugung regenerativer Energie ausgestattet, ergänzt durch eine Grundwasser-Wärmepumpe zur Heizung/Kühlung des Gebäudes.
AUFTRAGGEBER  BORA Vertriebs GmbH
STANDORT Niederndorf, Österreich
PLANUNGSZEIT 2020-2022
BAUZEIT  2021-2023
PROJEKTDATEN Bürogebäude, ca. 7.400m² Gesamtfläche
FOTOS Christian Flatscher, Lorenzateliers
PREISE 2024 BIG SEE Architecture Award

PROJEKT NEWS

04 APRIL 2024

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