SCHNEEBURG

Das Planen von Einfamilienhäusern ist aus städtebaulicher Sicht eine schwere Sünde. In der Regel raten LORENZATELIERS den anfragenden Interessenten, ihren Wunsch nach einem individuell geplanten Einfamilienhaus aufgrund der exorbitanten Kosten und des immensen Aufwandes zu überdenken. Diese Wohnform ist nur dann vetretbar, wenn sie für die Familie eine Bereicherung darstellen kann. Wenn die Familie verkrustete Lebensvorstellungen in Frage stellt, sich durch die räumliche Wahrnehmung neuen Sichtweisen öffnet, und sich von der Architektur formen lässt, nachdem sie das Haus formte. Das ist bei diesen Bauherren zweifellos passiert. Ein aufreibender, anstrengender Prozess. Die Planung des eigenen Hauses kann so ein intensives Infragestellen eigener Lebensvorstellung werden. Das fertige Haus prägt und verändert dann die Bewohner. In diesem Fall schlugen LORENZATELIERS dem Bauherren zuerst eine Wohnanlage mit Penthouse vor. Dies erwies sich als undurchführbar – also doch wieder ein Einfamilienhaus. Der Bauherr besitzt eine Jagd am Hechenberg und Geschäfte in der Innenstadt. Zwischen diesen beiden Orten zogen LORENZ- ATELIERS eine Achse und richteten einen langen schmalen Baukörper an ihr aus. Der zweigeschoßige Wohnraum öffnet sich zum Hechenberg, die Arbeits- und Kinderzimmer zum Stadtzentrum. So ist das Haus „verortet". Die Nordseite ist abgesehen von einem schmalen Schlitz geschlossen, die anderen drei Seiten sind offen und bieten ein atemberaubendes Bergpanorama. Der Projektname ergab sich aus der Adresse: Die Schneeburggasse war Teil der mittelalterlichen Verbindung von Innsbruck nach Westen ins Oberinntal und zum Seefelder Sattel. Ihren Namen erhielt die Schneeburggasse vom bis ins 15. Jahrhundert zurückgehenden Ansitz Lichtenthurn, der nach einem späteren Besitzer auch Schneeburgschlössl genannt wurde.

DATUM

2003-2018LOCATIONINNSBRUCKAUGTRAGGEBERFür Familie SPROJEKTDATENPrivathausPHOTOSPeter Koren, Christian Flatscher